eat local: Ein Nachmittag voller regionaler Ideen, Genuss und Begegnungen
Entdecken, probieren, austauschen: Am 26. September wurde die Hallig Hanken in Oldenburg zum Treffpunkt für alle, die sich für gutes Essen aus der Region und die Zukunft unserer Verpflegung interessieren. Gemeinsam mit dem OOWV hatten wir zu „eat local – Hof trifft Küche. Essen und Trinken von hier.“ eingeladen.
Von regionalen Erzeugerinnen und Erzeugern über praktische Einblicke für Küchen bis hin zu spannenden Impulsen, Kocharena, Familienprogramm und Live-Musik gab es an diesem Nachmittag vieles zu entdecken. Besonders gefreut haben wir uns über die zahlreichen Gespräche und die positive Rückmeldung von Besucherinnen, Besuchern und Ausstellenden.
Wie sieht die Ernährung der Zukunft aus?
Den Auftakt zu den inhaltlichen Impulsen machte Daniel Anthes. In seinem Vortrag „Die Zukunft unserer Verpflegung – wohin geht die Reise?“ zeigte er spannende Zusammenhänge zwischen Zukunftsängsten, gesellschaftlichen Entwicklungen und der Prägung unserer Esskultur auf.
Dabei ging es auch um aktuelle Ernährungstrends. Acht Trends, die die New York Times identifiziert hat, nahm Anthes genauer unter die Lupe: Foodmaxing meets Grandmacore, Extra Texture, Ingredient of the Year: Vinegar, Backyard Bounty, Kitchen Couture, Heightened Sensitivity, Word of the Year: Value und Smart-Batch Hospitality.
Spannend daran: Neben ganz neuen Ideen finden sich darin auch Entwicklungen, die auf den ersten Blick vertraut wirken. „Essen wie bei Oma“ erlebt ebenso neue Aufmerksamkeit wie Essig als besonderes Produkt. Gleichzeitig wächst die Sehnsucht nach Gemeinschaft und Zusammenkunft beim Essen – und wird dabei immer flexibler. Für uns ein spannender Blick darauf, wie sich Ernährung und Esskultur künftig entwickeln könnten.
Kleine Veränderungen können viel bewirken
Anschließend nahm Thore Hildebrandt das Publikum mit in seine Zero-Waste-Küche. In seinem Vortrag „Wie können wir die Welt gesund essen?“ zeigte er, wie viel sich bereits durch kleine Veränderungen im persönlichen Verhalten und in der Kommunikation erreichen lässt.
Gerade in der Gemeinschaftsverpflegung liegt dabei viel Potenzial: Was wird bestellt? Wie wird portioniert? Wie sprechen wir über Lebensmittel? Und wie können wir Menschen dafür sensibilisieren, Lebensmittel nicht vorschnell wegzuwerfen?
Wie anschaulich das werden kann, zeigte Hildebrandt mit einem ungewöhnlichen Beispiel: Er verzehrte demonstrativ einen Kokos-Joghurt, dessen Mindesthaltbarkeitsdatum bereits fast ein Jahr zurücklag. Damit machte er deutlich, dass ein überschrittenes Mindesthaltbarkeitsdatum nicht automatisch bedeutet, dass ein Lebensmittel entsorgt werden muss – und regte zugleich dazu an, unseren Umgang mit Lebensmitteln zu hinterfragen.
Alge trifft Buchweizen
Ein besonderes Highlight war die Kocharena „Regionales Superfood trifft Alge“. Gemeinsam mit Koch und AlgaeFood-Experte Michael Hofmann wurde ausprobiert, wie vielseitig Algen in der Küche eingesetzt werden können.
Die Alge sorgte unter anderem für Farbe in einem blauen Keks- beziehungsweise Kuchentopping und traf in herzhafter Variante auf leckere Buchweizen-Pasta, hergestellt von Hof Poppe mit Buchweizen von Hof Grothe. So wurde direkt auf der Bühne erlebbar, wie sich neue Zutaten mit regionalen Produkten verbinden lassen.
Auch am Stand des Hofes Grothe konnten Besucherinnen und Besucher den Weg des Buchweizens vom Feld bis auf den Teller nachvollziehen. Genau solche Verbindungen waren für uns ein wichtiger Teil von eat local: Woher kommt unser Essen? Wer baut es an? Und was lässt sich daraus machen?
Algen bieten dabei je nach Art interessante Eigenschaften für die Küche: Sie können unter anderem Protein, Ballaststoffe und Mineralstoffe liefern und bringen zugleich besondere Farben, Aromen und Texturen mit.
Regionale Ernährung zum Entdecken und Erleben
Neben dem Programm auf der Bühne waren zahlreiche regionale Erzeugerinnen und Erzeuger sowie weitere Ausstellende vor Ort. Es wurde probiert, gefragt, erklärt und diskutiert. Dazu gab es regionale Speisen und Getränke, Live-Musik der Oldenburger Band JukeJoint’49 und ein begleitendes Programm für Familien.
Für uns war besonders schön zu erleben, dass das Konzept bei den Besucherinnen und Besuchern angekommen ist. Mehrfach bekamen wir die Rückmeldung, wie viel es zu entdecken gab und wie abwechslungsreich und stimmig die Veranstaltung gestaltet war. Einige Besucherinnen und Besucher äußerten bereits die Hoffnung, dass eat local künftig regelmäßig stattfinden könnte.
Auch die Ausstellenden zogen ein positives Fazit. Sie berichteten von guten Gesprächen und interessierten Besucherinnen und Besuchern – und damit von genau den Begegnungen, die wir mit eat local schaffen wollten.
Ein Tag, der zeigt: Regionalität „iss‘ echt machbar“
eat local hat viele verschiedene Seiten regionaler Ernährung zusammengebracht: Erzeugung und Küche, Fachwissen und Genuss, Zukunftsideen und ganz praktische Lösungen.
Für uns ist genau das der Kern von eat: Regionale Ernährung entsteht nicht an einer einzigen Stelle. Sie lebt davon, dass Menschen miteinander ins Gespräch kommen, Erfahrungen teilen und gemeinsam neue Wege ausprobieren.
Wir nehmen aus diesem Tag viele gute Gespräche, neue Ideen und schöne Begegnungen mit – und vor allem die Erkenntnis, dass die Lust auf regionale und nachhaltige Ernährung groß ist.
Danke an alle Erzeugerinnen und Erzeuger, Ausstellenden, Referierenden, Partnerinnen und Partner und Besucherinnen und Besucher, die eat local zu diesem besonderen Event in unserer Region gemacht haben.














